Ursachen der Krise

Video: Gier, Vertrauensverlust und Marktversagen sind angeblich die Ursachen der Wirtschaftskrise.

Etatismus: Als Etatismus (frz. État »Staat«) bezeichnet man eine politische Haltung, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme dadurch lösen will, indem sie auf staatliche Regelungen setzt.

 

Ich wollte der Unmenge an etatistischen Artikeln und Dokumentationen in den Medien zumindest ein kleines Gegengewicht entgegensetzen. Dazu habe ich ein 45-minütiges Video gedreht, in dem ich meine voluntaristische Interpretation der Krise skizziere.V

> Video als mp4-Datei herunterladen (235 MB)

 


33 Kommentare

1 Thomas { 01.16.09 at 17:28 }

Am Ende wirds etwas zu utopisch, aber im Wesentlichen sehr gut analysiert.

2 Micha { 01.29.09 at 03:40 }

Sehr interessanter Standpunkt. Auch wenn ich insgesamt einige Einwände habe, so ist doch diese Analyse ein guter Beitrag zur Diskussion des Themas.

3 admin { 01.29.09 at 07:57 }

Hallo zusammen!

Danke für die Kommentare. Vielleicht habt ihr ja Lust zu erklären, was euch zu utopisch ist bzw. wie genau die Einwände aussehen?

Gruß Oliver

4 Stephan { 02.09.09 at 19:45 }

Staaten können sich doch kein Geld drucken. Das können doch nur Zentralbanken,oder?

5 Stephan { 02.10.09 at 11:18 }

Zinsen: Nur kurzfristige Zinsen werden von der Zentralbank festgesetzt - die langfristigen bilden sich am Markt. Stichwort 30er Jahre - War das Problem (speziell in Deutschland) nicht eher ein Mangel an staatlicher Intervention? Es war doch nicht zuviel sondern zuwenig Geld da. Das Problem war nicht eine Inflation sondern die Deflation.

6 Hendrik { 02.11.09 at 01:19 }

Hallöchen,
meine erste, spontane Frage dazu ist, warum der Staat denn dann das Recht am Eigentum schützen sollte?
Schließlich könnte auch jeder selbst dazu verpflichtet sein sich den Risiken aus vorhandenem Vermögen(und sei es gegen Diebstahl eines Stückes Holz) zu schützen! Dies stellte nichts anderes dar als bewusstes antizipieren der Kosten des Eigentums! Ergo brauchen wir gar keinen Staat der Rahmenbedingungen schafft, denn jede Bedingung ist mit Opportunitätskosten verbunden…

mfg Hendrik

p.s.: die VWLer-Schelte hat mir das Herz gebrochen :-)

7 admin { 02.11.09 at 08:51 }

Ergo brauchen wir gar keinen Staat der Rahmenbedingungen schafft, denn jede Bedingung ist mit Opportunitätskosten verbunden…

100 % einverstanden.

Staaten können sich doch kein Geld drucken. Das können doch nur Zentralbanken, oder?

Aber die werden doch von den Regierungen gesteuert.

8 Stephan { 02.13.09 at 15:31 }

Aber die werden doch von den Regierungen gesteuert. => http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralbank#Einfluss_des_Staates

9 Matthias B. { 02.14.09 at 16:56 }

“Staaten können sich doch kein Geld drucken. Das können doch nur Zentralbanken,oder?”

Staaten, bzw. die Angestellten des Staates drucken natürlich selbst kein Geld.

Nichtsdestotrotz kann der Staat aber Schulden aufnehmen und ausgeben, und das nicht zu knapp. Und dies wird vor allem durch das Zentralbankensystem ermöglicht, welches es Geschäftsbanken erlaubt frisches Geld zu “drucken” und neuen Schuldnern, z.B. dem Staat, zur Verfügung zu stellen.

Stichwort “Mindestreserve”.

In einem Sytem mit freier Geldproduktion und ohne Zentralbanken wären die Finanzierungsmöglichkeiten eines Staates weit deutlicher eingeschränkt als das heute der Fall ist.

Trotzdem kann man sagen “der Staat druckt Geld” wenn man davon ausgeht, dass das Zantralbankensystem vom Staat etabliert und aufrechterhalten wird, z.B. durch Gewalt bzw. entsprechende Gesetze.

10 Konsumist { 02.16.09 at 11:34 }

Ja, ich weiß…das deckt sich nicht mit dem Ansatz…aber eine WIRKLICH libertäre Partei gründen mit diesem Programm wäre der einzige Weg…”das System von innen heraus zu verändern!?” ;P

11 Hendrik { 02.16.09 at 11:54 }

Danke für das fachliche Einverständnis!
Mir kam es mit dem Eigentumsschutzgrundsatz jedoch auf ein Grundpfeiler liberaler Denkweise an!
Diese wird dann vom Voluntarismus geleugnet?
Dies bedeutet anders gesagt, dann völlige Anarchie!
Es gibt dann nur einen Verbund von Individuen mit homogenen Zielen(Staat), wenn economies of scale & scope dies nützlich, nutzenmaximierend für die Individuen erscheinen lässt…
Dazu seien die Stichworte “adverse Selektion” und wie im Video genannt “moral hazard” anzumerken. Diese zerstören den denkbaren Markt.

12 xx { 02.22.09 at 11:54 }

Ich finde, dass der letzte Satz unnötig war, denn er hebt die ansonsten sehr präzise und sachliche Analyse auf eine ideologische Ebene und macht sie dabei utopistisch.

Ansonsten eine sehr weise Zerlegung der Krise in ihre Bestandteile - danke dafür!

13 admin { 02.23.09 at 10:27 }

@xx
Schön, dass Ihnen das Meiste gefallen hat. Auf den letzten Punkt würde ich jedoch nicht verzichten wollen, denn genau da sehe ich die tiefste Ursache. So lange die meisten Menschen glauben, Gewalt sei ein adäquates Mittel, um solidarisches Verhalten zu erzwingen, werden wir den Staat und mit ihm die ganzen erwähnten Probleme nicht transzendieren.

14 Schüer { 03.15.09 at 19:28 }

Guten Tag
Ich habe Ihr Video gesehen und fand dies sehr aufschlussreich. Ich wollte Sie fragen ob Sie mir vielleicht bei einer sache behilflich sein könnten. Es geht darum das ich in meiner Schule ein Referat halten zum Thema Finanzkrien, nun ist mein problem das ich Ihre Erklärung Gerne übernehmen würde aber ich glaube nicht das diese alle in meiner Klasse verstehen würden, da ich selbst mühe hatte und dazu musste ich noch vieles nachschlagen. Meine Frage an Sie ist eigentlich ob Sie mir vielleicht einen Tipp oder so geben könnten, wie ich eine Fianzkrise verständlicher und auf dem Niveau von 9. klässern beschreiben könnte. Natührlich nur wen Sie Zeit dafür haben. Ich bedanke mich trozdem schon mal vor das Sie überhaupt diesen Kommentar durchgelessen haben.
mfg aus der Schweiz der Schüler
p.s. entschuldigen Sie meine rechtschreibefehler. xD

15 Privatier { 03.16.09 at 21:13 }

Bin heute auf Ihre Webseite gestoßen, finde Sie mit Ihren Videos sehr sympathisch und kann auch vielen Ihrer Gedanken durchaus voller Sympathie zustimmen - nur, beim Geld liegen Sie leider ziemlich daneben. Mir ist völlig klar, woher Ihre Geld-Ideologie stammt, nämlich Mises etc., also die sog. “Österreichische Schule”. Diese Schule tut sich unendlich schwer mit dem Kreditbegriff und scheitert (lustvoll und ideologisch verbohrt) daran. Wenn es Ihnen mit dem kritischen Rationalismus ernst ist, werden Sie meinen Kommentar vielleicht als warnenden Hinweis sehen. Mit besten Wünschen!

16 Regina { 03.29.09 at 03:37 }

Danke für die Bestätigung meines eigenen Nachdenkens, dessen Ergebnisse, ihren Ausführungen sehr gleichen. Allerdings geht es nicht ganz ohne Gesetze und Staatliche Unterstützung. Banken und Versicherungen würden sonst noch mehr Geld verleihen, also noch mehr über ihre Reservegrenzen hinaus, als bisher. Evtl. auch noch andere Betrügereien begehen, wofür sie jetzt vor den Kadi kämen.
Daneben hätte ich mir von ihnen noch einige Tips erwartet, wie wir am besten unseren Hals retten könnten. Besonders wir Kleinen, die wir keine großen Sicherheiten bieten können und uns deswegen nicht verschulden können.
Mit freundlichen Grüßen, Regina.

17 Isabel Koenig { 04.17.09 at 23:38 }

Gute Erklärung der Fnanzkrise.

Erklärungen zum Geldmonopol des Staates sind nicht ganz Schlüsse. Geldschöpfung orientiert sich ja am Wachstum des BIPS.
Stabilitätskritieren werden nicht beachtet.

Der Staat kann nicht so viel Geld drucken wie er will.

Mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse zu erzielen ist nicht möglich.

Ich finde Sie widersprechen sich in Ihrer Argumentation. Einerseits gewinne ich den Eindruck das Sie (von Ihnen so genannte) Planwirtschaftliche Mechanismen aufzeigen und für mehr Marktfreiheit appelieren. Andererseits ist die Kriese dort entstanden, wo der Markt aufgrund des Liberalismuses versagt hat. Und durch die Internationalen Verpflechtungen auch Europa tangierte.

Ich unterstütze allerdings Ihre Zwang und Gier-These. (Wobei das menschliche Motiv Gier ja auch mit dem ökonomischen Prinzip der Gewinnmaximierung verglichen werden könnte)

Ich habe die Meinung, dass es nicht zum Marktversagen kommen würde, wenn auf individueller menschlicher Ebene, die persönliche Entfaltung der Persönlichkeit (mit all seinen Tugenden wie Bsp. Empfindung von Empathie, Zwanglosigkeit, Übernahme von Verantwortung etc.) im Sinne eines jeden wäre. Die Ökonomie spricht von Kaufmannstugenden, dass Gegenteil von opportunistischem Verhalten.

Meiner Meinung nach ist es äußerst schwierig, einen Zusammenhang zwischen der Erziehung und dem Ökonomischen Handeln von Menschen aufzuzeigen. Ich bin mir allerdings sicher, dass dort eine Korrelation besteht.

Wenn “alle” Menschen ohne Zwang erzogen worden wären (und das impliziert ja auch ihre Aussage) dann gäbe es viel. keine Finanzkriese.

Mit freundlichem Gruss

18 Jack { 05.17.09 at 02:09 }

hallo,
ich muss mich demnächst meiner mündlichen Abiturprüfung im Fach “Politische Bildung” stellen und Wirtschaft ist dabei auch ein prüfungsrelevanter Bereich- besonderes Augenmerk liegt dabei, neben den Wirtschaftstheorien und -systemen, natürlich auch auf der Weltwirtschaftskrise… im Zuge meiner Vorbereitungen bin ich nun auf die Suche nach den Ursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise gegangen und dabei zufällig auf dieses Video gestoßen- ein Glücksfall wie ich sagen muss, denn alle anderen Einschätzungen und Erklärungsversuche- die ich finden konnte- sind ausgesprochen vage formuliert, kaum zu verstehen, widersprüchlich oder unklar… teilweise leider auch schlichtweg falsch! Im Gegensatz dazu findet sich in diesem Video eine nachvollziehbare Argumentation, die durchaus fundiert ist und einen Sinn ergibt. selbst wenn die Erklärungen strittig sind.
MfG Jack

19 Milos Vranes { 05.27.09 at 16:46 }

Guten Tag,
vorweg ein Kompliment für das sehr gelungene Video - es tut gut mal eine Meinung zu hören die von der üblichen “Die Banker sind Schuld..”
Mentalität abweicht.
Ich habe dennoch, wie einige meiner Vorredner eine Frage zum staatlichen Geldmonopol :
Ist durch die Einführung der EWU unser Zentralbankgeld nicht entstaatlicht worden, da es sich bei der EZB um eine supranationale Institution handelt?
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Milos Vranes

20 Dietmar { 10.20.09 at 01:35 }

Einige Annahmen sind dann doch zu bezweifeln.

Aussagen wie “Zentralbanken werden von Regierungen gesteuert” sind eher abschreckend. Zentralbanken sind KEINE Institutionen des Staates sondern privat oder zumindest “unabhängig”.

Der Staat schöpft NICHT das Geld, er kann sich NICHT das Geld selber drucken, welches er benötigt, ganz im Gegenteil: Er kann sich mittlerweile nicht mal direkt bei der Zentralbank verschulden sondern er muss sich, wie jeder andere Kreditnehmer, bei den Geschäftsbanken verschulden.

Der Unterschied ist: Der Staat ist der “perfekte Schuldner”, denn er kann auf das Eigentum seiner Bürger (”Bürgen”?) zugreifen (angefangen von Steuern bis zu Enteignungen)

Der Staat kontrolliert die Geldherstellung nicht, fungiert aber als “Komplize” und sichert durch sein Gewaltmonopol (also durch Zwang), dass das Geld als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert wird. (siehe: Annahmepflicht oder schuldbefreiender Annahmezwang)

Das “Banken-System” ist zumindest “zweistufig”: Zentralbanken => Geschäftsbanken => Publikum (= Unternehmen, Haushalte, Staat)
(über den Zentralbanken kann man je nach Region zB noch EZB, Weltbank und IWF/IMF ansiedeln)

Daraus erkennt man schon dass der Staat grundsätzlich nicht von den Gewinnen der Geldherstellung profitiert!

Dem Staat kann sich als juristische Person an Geschäftsbanken und Zentralbanken beteiligen, wodurch er - wie jeder andere Teilhaber - gewisse Rechte und Pflichten hat. Aber Vorsicht! Zentralbanken haben eine eigene Rechtspersönlichkeit (”sui generis”), das heißt selbst wenn ein Staat ein Mit-Eigentümer einer Zentralbank ist, so hat er KEIN Mitbestimmungsrecht sondern profitiert nur anteilsmäßig von den Gewinn-Ausschüttungen, sofern eine Ausschüttung von der Zentralbank beschlossen wird.

Wer die tatsächliche Kontrolle (informell) über die Zentralbanken ausübt und wer die Eigentümer sind, bleibt oft im Dunkeln.

Wikipedia meint dazu: Als Geldschöpfungsmonopol bezeichnet man das in vielen Ländern gesetzlich festgelegte Recht der Zentralbank, als einzige Institution gesetzliche Zahlungsmittel in Form von Banknoten und Münzen emittieren zu dürfen. Die Geldschöpfung der Geschäftsbanken (!) beruht hingegen nicht (!) auf dem Geldschöpfungsmonopol, da es sich genau genommen nur um Geldforderungen (!) handelt, die auf Bargeld lauten. (meine Ergänzung: Das heißt das Giralgeld, welches auf unseren Konten bei der Geschäftsbank “liegt”, ist streng genommen kein gesetzliches Zahlungsmittel sondern nur eine Forderung auf Lieferung des gesetzlichen Zahlungsmittels…)

Fazit: Der Staat hat NICHT das Monopol Geld herzustellen, er profitiert auch nicht davon. Dies liegt in den Händen der Zentralbank. Zentralbanken kommen in der kommunistischen Ideologie (Marx) vor.

Das Tauschparadigma samt Angebot/Nachfrage-Theorie und Markt-Verherrlichung der herrschenden Wirtschaftslehre ist genauso zu hinterfragen, da es auf einer falschen Vorstellung des Geldsystems basiert.

Die Darstellung der Geschichte des Geldes in dem Video kann man wohlwollend mit “verkürzt” umschreiben.

Ich empfehle dazu folgende Ausschnitte aus dem Film “Der Geist des Geldes”:
Playlist: http://www.youtube.com/watch?v=YwD3t5bg1uw&feature=PlayList&p=E62DFED18A043F0F&index=0&playnext=1

21 Susanne { 11.30.09 at 21:03 }

Sie sagen :
So lange die meisten Menschen glauben Gewalt sei ein adäquates Mittel, um solidarisches Verhalten zu erzwingen, werden wir den Staat und mit ihm die ganzen erwähnten Probleme nicht transzendieren.

Solidarisch sind die Menschen nur um Anerkennung zu erlangen oder aus Mitleid.

Aber ist es nicht so, dass Menschen die die Macht(Gewalt) haben, den “Gewinn” haben.

und Sie sagen: Kein Zweck heiligt Zwang.

Nur z.B. - Ich halte mich an die Verkehrsregeln mit dem Z w e c k, das der Verkehr reibungslos und sicher läuft. Ohne den Z w a n g durch Strafmandate würde ich die Regeln, mit 1000 gut begründeten Ausreden, dauernd übertreten.

Und was im kleinen, schon nicht funktioniert, wie soll das im großen funktionieren. Nur einer muss aus der Reihe tanzen und alle anderen sehen - ohh dadurch hat man ja Vorteile - schon kopieren alle anderen es. Erziehung hin oder her, keiner will der Dumme sein.

Ohne allgemeingültige Regeln sind wir ein Haufen Barbaren.

Und um zur Finanzkrise zu kommen, hier gilt genau das gleiche, es gibt keine weltweiten allgemeingültigen Regeln für das Finanzsystem und darum diese Ausuferungen - jeder hat versucht für sich die meisten Vorteile zu sichern.
Nationale Regeln und internationale Banken - da wird jedes Schlupfloch gesucht um Gewinne zu realisieren.

22 Laube, R.-P. { 01.13.10 at 18:12 }

Hallo Oliver !
Ich habe Dir sehr genau zugehört und geglaubt, Du vergißt den Menschen dabei. In den letzten 2 Minuten, ich denke, gerade noch rechtzeitig, hast Du aber dieses Monster angerissen.
Du sagst am Anfang, daß Gier nicht schuld an der Krise ist, plädierst am Ende gegen Zwang und Gewalt, was zweifellos richtig ist.
Aber der gewalttätige keulenschwingende Neandertaler ist der Urahn des GI. Die ersten Gefangenen, vor x-hunderttausenden von Jahren ( z.B. lebende Nahrungsmittelreserve ) wurden doch garantiert gezwungen, gegen ihren Willen aufgegessen. Also diese “Ur-Gene” waren und sind da, wie eben auch das Haß-Gen, oder das Gier-Gen. Und jeder Regierende ist ein Mensch, jeder Banker, jeder Konsument, jeder Geldverleiher.
Und wenn nun der destruktive Mensch seinen dunklen Seiten folgt, wenn die Geschichte der Menschheit eine Geschichte von Kriegen ( Gier nach Land und Gold und Frauen ) und Zerstörungen ist ( wenn ich es schon nicht mitnehmen kann (( Immobilie )) dann sollst Du es auch nicht haben ), dann können wir den Markt erforschen, verändern, reglementieren - in das Programm der Natur können wir damit nicht eingreifen.
Erziehung hatte schon immer ihre Grenzen und Gier ist nicht aberziehbar. Der Banker wird kein Schild an seine Tür schrauben: Ich will mein Salär von 50.000 auf 60.000 Euronen im Monat erhöhen. Aber er denkt es, weil er ebenso eine Fehlkonstruktion ist, wie der Penner, von denen ich letztens im Radio hörte, daß sie so ungern in den steuerbezahlten Unterkünften schlafen, wo es zwar warm ist, aber wo sie immer wieder bestohlen werden ( Gier des Bettnachbarn ).

Somit ist für mich klar, daß die Krise zwar auf durch Menschen gemachte Fehlentscheidungen, wie aufgeblähte Geldmenge usw. zurückzuführen ist, aber letztendlich, von der ersten Speerspitze aus Eisen, bis zum Apollo-Raumschiff, es immer und immer wieder die einzige Kreatur ist, die nicht aus Hunger tötet - der Mensch.

23 Teh Asphyx { 01.28.11 at 22:28 }

Ich hab zu den letzten drei Kommentaren ein wenig zu sagen.

Zunächst einmal zum Video „Der Geist des Geldes“.
Zum ersten Mal traten richtig große Zweifel an dem Gehalt des Videos auf, als die Geschichte mit Jesus so dargestellt wurde, als wäre es historischer Fakt.
Dann kam immer wieder ein von Ekel getriebener Unterton mit, wenn es um Eigentum ging.
Aber wirklich schlimm fand ich dann folgendes angebliche Zitat von George F. Kennan in der angeblichen Geheimakte, was angeblich die politische Haltung der USA darstellen sollte:
„…wir haben etwa 50% des Weltvermögens, jedoch nur 6,3% der Bevölkerung. In dieser Situation werden wir unweigerlich die Zielscheibe von Neid und Ressentiment sein.
Unsere wirkliche Aufgabe für die nächste Zeit wird sein, Beziehungen zu schaffen, die uns erlauben, dieses Verhältnis der Ungleichheit aufrecht zu erhalten.

Wir sollten aufhören, über vage und unrealistische Vorstellungen wie Menschenrechte, Erhöhung des Lebensstandarts und Demokratisierung zu reden.

Der Tag ist nicht fern, da werden wir im Umgang mit anderen unsere Macht stets hervorheben müssen. Je weniger wir dann von derartigen idealistischen Slogans behindert sind, desto besser.“

Man vergleiche hierzu nun das hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/George_F._Kennan#Zitate

Wenn man dann noch bedenkt, dass Kennan zu der Zeit, wie weiter oben im Wikipedia-Artikel erwähnt, für das Nachkriegsjapan zuständig war, bekommt das Ganze noch mal eine ganz andere Bedeutung. Natürlich wollte man als Amerikaner damals dieses Asien sicher nicht so wohlhabend und mächtig sehen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich Kennans Einstellung toll finde, aber man sollte es zumindest im Kontext betrachten und auch nicht verfälschen.
So halte ich von dem Video jedenfalls gar nichts, weil es schlichtweg manipulativ ist und versucht durch Lügen zu überzeugen.

Die Aussage, dass Geld in noch keiner Gesellschaft ein Tauschmittel war, halte ich für völlig abstrus.

Aber nun zu etwas völlig anderem:

„Ohne allgemeingültige Regeln sind wir ein Haufen Barbaren.“

Wenn eine Regel allgemeine Gültigkeit hat, braucht sie auch keinen, der sie festlegt, da sie durch ihre allgemeine Gültigkeit schon festgelegt ist. Also gibt es entweder keine und wir sind ein Haufen Barbaren mit Staat (der aber mangels allgemein gültiger Regeln auch nichts an der Tatsache ändern kann, dass wir ein Haufen Barbaren sind) oder es gibt welche und wir sind kein Haufen Barbaren, zumindest unter dieser Prämisse. Ich jedenfalls würde zu meinem eigenen Vorteil respektvoll mit anderen Lebewesen (nicht nur Menschen) umgehen.
Und selbst wenn der Mensch von Natur aus schlecht wäre, würde es immer noch keinen Staat rechtfertigen, der den Menschen zwingt wider seiner Natur zu handeln.

Der letzte Kommentar wiederum gibt meinem Verdacht recht, dass alle etatistischen Anschauungen auf eine niedere Form der Misanthropie basieren. Es ist eine Beleidigung der Natur, zu behaupten, sie wäre in der Lage ein so niederes Wesen zu kreieren.

„Aber der gewalttätige keulenschwingende Neandertaler ist der Urahn des GI.“

Wer sagt denn bitte, dass Neandertaler oder auch andere Frühmenschen Gewalttätig waren? Wir können durch archäologische Funde nur wenig über das tägliche Miteinander in vergangenen Zeiten herausfinden. Und nur, weil man Spuren von Kämpfen gefunden hat, darauf zu schließen, dass die Menschen vor langer Zeit gewalttätige Keulenschwinger waren, entbehrt jeglichen wissenschaftlichen Verstands, ist nichts weiter als eine Phantasievorstellung der Vergangenheit und sollte keine Grundlage für den Umgang mit der Realität sein.

Es gibt weder ein Hass-Gen, noch ein Gier-Gen.
Hass hat immer einen Grund und kein Gen als Ursache.
Gier, was ursprünglich mal so viel wie „gern haben“ hieß, steht heute synonym für Begierde, was so viel wie „heftiges Verlangen“ heißt. Es gibt viele Formen der Begierde, manche, wie die Habgier, werden eher als negativ angesehen, andere, wie die Wissbegier, als positiv. Ein gesundes Verlangen, sei es nach Nahrung, nach Wissen, nach Miteinander, ist wohl wirklich eine grundlegende Sache, ohne die die Existenz des Menschen wohl sehr kurz wäre (ohne das Verlangen nach Nahrung würde der Mensch nicht essen und der Körper würde schnell aufgeben etc.). Zu einer Gier wird das Verlangen dann, wenn die Stärke des Verlangens pervertiert. Dies hat auch keine genetische Ursache, sondern liegt auch irgendwo in der Sozialisation und wird wohl individuell unterschiedlich sein.

24 Martin Bartonitz { 02.27.11 at 22:17 }

Es gibt da noch eine andere Möglichkeit, das Geldschöpfen zu kontrollieren, die Monetative als 4 Gewalt: http://faszinationmensch.wordpress.com/2010/12/31/raus-aus-den-finanzkrisen-mit-der-vierten-staatsgewalt-monetative/

25 Alexander Berg { 11.01.11 at 12:49 }

Es geht um Angst… Existenzangst… hervorgerufen durch immer unwirksamer werdende ökonomische Strukturen. Denn es geht bei allem Handeln um die Sicherung der Lebensgrundlagen.

26 Schwarzwälderkirsch { 12.16.11 at 13:38 }

Wir haben kein kapitalistisches System weil wir kein privates Geld haben? Kommt es darauf an? Nein. Ich wäre auch mit einem Regiogeld oder sonstigem Geld Kapitalist, dazu brachen ich nur Arbeit, Boden und Kapital. Ansonsten haben Sie völlig recht: es gibt keinen Kapitalismus in Reinkultur. Auch der Zins ist natürlich poltisch motiviert (EZB, FED). Was aber die Politker sagen, dass der Markt ist asozial sei und nicht (notwendigerweise) zu einer maximalen Wohlfahrt führe, das stimmt doch. Das liegt einfach daran, dass ich ihn - auch ohne Staat - manipulieren kann. Wenn die Menschen die Möglichkeit haben, den Markt zu manipulieren, werden sie irgendwann der Versuchung erlegen sein und es auch machen. Kennen wir doch alles: Preisabsprachen, und und und. Ich verstehe diese Marktgläubigkeit nicht. Trotzdem hätte ich mich dieses mal gefreut, wenn sie nur den Markt hätten entscheiden lassen! Absolut korrekt, sehe ich genau so. Denn jetzt haben wir den Sozialismus durch die Hintertür: Steuergelder für Bankster. Schulden kann man nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen, aber was will man in so einem kranken System auch machen? Es wird so lange gespielt bis es politisch nicht mehr haltbar ist und die Leute auf die Barrikaden gehen. Solange es noch durchhaltbar ist und eine Elite davon profitiert, wird es aufrecht erhalten. Irgendwann fährt das System an die Wand und was dann kommt, da bin ich mal gespannt. Ob die uns wieder diesen Papierdreck geben wollen oder gleich nur noch Giralgeld, damit man uns besser versklaven kann? Wir werden sehen. Auf jeden Fall habe ich noch ein paar Sachen gelernt. Ich habe nicht gewusst, dass die Politiker in den USA sogar Banken zwangen kreditunwürdigen Leuten Darlehen zu geben.

27 admin { 12.16.11 at 13:41 }

Hallo Schwarzwälderkirsch!

Sie arbeiten sich hier ja langsam vor. Schauen Sie sich mal das Video zur Erziehung an. Da werden die Weichen gelegt. Wenn Sie da auch schon glauben, dass es ohne Zwang nicht geht, dann ist natürlich klar, dass Sie auch keinem freien Markt vertrauen.

Liebe Grüße
Oliver Heuler

28 Martin Bartonitz { 02.14.12 at 10:32 }

Mir scheint inzwischen das eigentliche Übel im privaten Eigentum zu stecken. Wenn Menschen mehr als den Grundbedarf (was noch zu definieren wäre, ggf. anhand des konzepots des ökoligischen Fußabdrucks?) als ihr Eigen nennen dürfen, dann wird es immer den Drang geben, sich als etwas Besseres als der Wenigerhabende zu fühlen und sich damit das Recht auf noch mehr herausnehmen wollen. Oder?

29 zap { 08.17.12 at 12:46 }

Hallo Privatier,

Ich habe Ihren Kommentar gelesen und bin neugierig darauf, was an der Kritik des Geldsystems von der österreichischen Schule der Nationalökonomie völlig daneben sein soll ? können sie mich bitte aufklären und mir die Punkte nennen, die Ihrer Meinung nach völlig daneben liegen ?
Über eine Sachliche Ausseinadersetzung würde ich mich freuen.
Liebe Grüsse
zap

30 Mielia { 08.23.13 at 20:04 }

Das Video auf Youtube bei PureFreiheit wieder entdeckt.

Erfrischend zu sehen!

Dass die Idee (!) Staat sehr verwurzelt in den Köpfen vieler Menschen ist, wie auch im Video darauf angespielt, ist gut an vielen Kommentaren abzulesen.

Sicher sind Gerichte und Zentralbank unabhängig vom >Staat<. (Ironie.)

Dietmar beschreibt es sehr schön.

Zentralbanken sind KEINE Institutionen des Staates sondern privat oder zumindest “unabhängig”.

[...]
Der Staat kontrolliert die Geldherstellung nicht, fungiert aber als “Komplize” und sichert durch sein Gewaltmonopol (also durch Zwang), dass das Geld als gesetzliches [!] Zahlungsmittel akzeptiert wird.

Definitiv, es ist daraus zu folgern: Zentralbanken sind unabhängig von Regierungen (Gruppen von Menschen, die ein Gewaltmonopol über ein von anderen Menschen ebenfalls bewohntes Territorium inne haben.)
(Ironie.)

Oft fällt es mir schwer etatistische Gedanken zu ertragen.
Leider fällt es mir oft noch schwerer die meist folgende Ausgrenzung beim Aussprechen den Etatismus angreifender Gedanken zu ertragen, weshalb ich oft schweige.

Ein Problem liegt wohl darin, dass ich mit meinen Worten angreife(, weil ich mich selbst angegriffen fühle und meine mich verteidigen zu müssen.)
Kontraproduktiv.
Wie auch immer. Es ist oft nicht leicht ein gegenüber den Mitmenschen völlig verändertes Weltbild mit herumzutragen.

Naja, aber vielen Dank für das Video!,
bestimmt auch noch gut in Jahren vorzeigbar.
Mielia

31 Michael P. Klotz { 12.18.13 at 13:27 }

1. Wo gibt es diese Brill-Cream?

2. Danke für das Video!

32 Heiko Cochius { 09.16.14 at 21:49 }

Lieber Oliver,

es ist fast bedauerlich, dass ich dieses sachliche und tiefgründige Video jetzt erst entdeckt habe, aber ich entscheide mich doch lieber, mich daran zu erfreuen, wie aktuell es immer noch ist, was ich vor fünf Jahren noch nicht hätte schätzen können. Ich stimme dir völlig zu und freue mich, dass du auf die Familie als eine wichtige Quelle von Staatsgläubigkeit zu sprechen kommst.

33 The Big Easy { 10.07.16 at 14:10 }

Provokant: Langer Rede kurzer Sinn! Am Ende kommt mein Lieblings-Internet-Golftrainer bei diesem interessanten Beitrag auf den Punkt. Ergo: Zwang ist der Ursache Übel. Doch der beginnt schon da wo man aus dem Mutterleib entfleucht, denn der meist vorhandene genetisch geprägte “ach ist der niedlich”-Optimismus wird von dem neuen Wesen durch gesunden (angeborenen) Egoismus (Überlebenswille) konterkariert. Jedoch mit Folgen! Das geschundene Elternwesen versucht sich irgendwann zu schützen. Man ist eben dann doch nicht so sozial drauf bis zur Selbstaufgabe. Das neue Wesen muss irgendwie zu dem passen, was man sich so zur Luststeigerung (oder Lusterhaltung) aufgebaut hat und da ist ein Schreien nachts um 3 (so logisch erklärbar es ist) eher ungeeignet. Da nimmt also der Teufelskreis seinen Anfang. Man unterjocht sein Wesen - was sollen denn die Nachbarn denken, wenn der um 3 schreit. Der Physiker (und Golfer) weiss: Druck erzeugt Gegendruck und auch einen Nachahmungseffekt. Schaukelt sich auch noch auf! Ergo: das neue Wesen lernt wie die Sache so läuft und sorgt weiterhin für maximales Überleben. So einige von denen denken sich wenn sie größer sind: na das könnte man ja auch bei Fremden ausprobieren und dann werden da Despoten oder Chefs oder Politiker draus, deren Sinn eher nicht danach steht zu verstehen, warum es kaum gut ist (auf lange Sicht) mehr ökonomischer mit der Macht umzugehen. Und was kriegen wir dann: eine Art Optimierung zwischen “das erträgt der Unterdrückte gerade noch” und “das maximiert meine Lust” und außerdem “nach mir die Sinnflut”. Damit das nicht jeder Arsch machen kann und z.B. Leute mal eben umhaut haben weise Leute den Staat und so erfunden und die Regeln. Somit sind die meisten dummen Ärsche schon mal raus aus diesem Spiel! Es verbleibt ein kleiner Rest, der aber genügt, wenn diese Typen es schaffen “nach oben” zu kommen und dort zu verbleiben und nachhaltig das System für sich und gegen die Zukunft zu verbiegen. Das normale Volk ist faktisch machtlos, denn es fehlt ihm der “Hebel”, der aus gutem Grund ausgebaut wurde (oder sehr schwergängig ist), denn sonst könnte ja ein typischer “Rattenfänger” (a la Hitler) das Volk vor seinen Karren spannen und Unheil stiften.
Die Lösung: JA Oliver das stimmt wohl alles! Aber die meisten Menschen sind und bleiben dumm. Ergo bräuchte es faktisch noch mehr Macht um die verbleibenden Deppen kleinzukriegen. Diese Macht kann wohl nur ein “nichtmenschliches Wesen” ausüben (vielleicht Siri oder Cortana oder google) und es müsste wohl jeden von uns so extrem unterjochen, dass die Freiheit die man gerne hätte eine Art Illusion verbleibt (kann aber ja eine gute sein) aber nicht wirklich da ist. Das “Ding” wäre dann hoffentlich gut zur Erde und zu uns und würde nicht beschließen, dass wir besser “gelöscht” werden müssen. Da gibt es so Utopien, wo das so gedacht ist. Also ich würde in so einer Traumwelt wo ich aber Freiheit empfinde wohl leben wollen.

Ist es nicht so?

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