Philosophie der Voluntaristen
Einführungs-Video: Wie könnte das menschliche Zusammenleben aussehen, wenn wir auf initiierende Gewalt und Zwang verzichteten?
Erziehung und Politik sind ohne Zwang nicht denkbar. Deshalb plädiere ich dafür, auf beides zu verzichten. Das ist keine Schnapsidee, die mir gestern am Stammtisch eingefallen ist, sondern dieses Konzept wurde über Jahrzehnte (Erziehung) bzw. über Jahrhunderte (Politik) entwickelt.


33 Kommentare
komliment, sehr ambitioniert, bin weiter sehr interessiert… mal was anderes als golf
Hallo, ich bin auf diese Seite gestossen auf der Suche nach den Motiven der Megagaufinanzkrise und habe direkt was gelernt.
1. man kann um ein 42 Minuten Video anzusehen 1 1/2 Stunden brauchen
2. manchmal lohnt es sich im Internet zu surfen.
Sehr interessante Ideen, in welchen ich richtige Ansaetze fuer eine Zukunft sehe.
Ich bin gespannt…Ich kann leider kein Golf spielen, ich hoffe das macht nichts…
Schoenen Gruss
Ist es den überhaupt möglich manche dinge zu erreichen ohne sie zu erzwingen.Wir können doch keinen Verbrecher in den Knast bitten?
Ist es nicht schon Zwang Arbeiten zu gehen um geld für die Miete zu haben,sollte die Motivation dafür nicht woanders her kommen .Aber ich glaub der Mensch als Wesen is einfach nicht dafür Konzipiert zu bitten . Damit meine ich wenn er etwas unbedingt will und er die Mittel hat es zu erzwingen wird er diese auch nutzen,umgekehrt genauso wenn er etwas braucht dann lässt er sich auch Zwingen.Die Idee is Super aber möglich?
Wenn ich von Zwang und Gewalt rede, dann immer von initiierendem Zwang und initiierender Gewalt. Ich schreibe das zwar oft, aber zugegebenermaßen nicht jedes Mal.
Ein Leben ohne initiierende Gewalt ist möglich. Eines ohne verteidigende Gewalt führt zu Chaos.
Das Einzige, was stört, ist der Mensch.
Hallo Ralf-Peter!
Schön, dass du meine Seiten besucht hast. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich deinen Satz richtig verstehe. Ich vermute Folgendes: Du meinst, dass meine Theorien so weltfremd sind, dass sie mit den Menschen, so wie sie sind, nicht funktionieren können?
Jetzt ist noch die Frage, ob du vermutest, dass ich ein zu naives Menschenbild habe und mir nicht klar ist, dass die Menschen nun mal viel unreifer sind, als wir es uns wünschen würden. Oder vermutest du, dass ich ein zu negatives Menschenbild habe und deshalb bei meiner Theorie der Mensch stört und deshalb abgeschafft gehört?
Vielleicht liege ich aber auch ganz falsch. Du merkst: Für eine befriedigende Kommunikation brauche ich mehr von dir als einen Satz :-)
Liebe Grüße
Oliver
Hallo Oliver !
Manchmal stellt man fest, daß eine ganze Seite Erklärung maximal das Gleiche sagt, wie ein Satz. Ich neige, in aller Regel, zu komplexen Aussagen und habe bewußt, dieses Mal, nur diesen Satz geschrieben.
Wahrscheinlich ( Du siehst, daß ich auch hier vorsichtig bin ) meine ich alle Deine Sätze.
Die Bestie Mensch ist, das ist nicht von mir, in der Steinzeit stehengeblieben. Irgendwann und irgendwo las ich auch mal, daß Jeder für sich entscheiden muß, ob der Mensch prinzipiell gut oder prinzipiell schlecht ist. Nach einem dreiviertel Leben ? habe ich die Entscheidung getroffen. Du kennst auch: Gib einem Menschen Macht und er mißbraucht sie.
Dein erster ( Aussage)satz spricht mich am meisten an. Der “neue Mensch”, der z.B. im Sozialismus “geschaffen” wurde, der natürlich nichts als eine Phrase war, ist alter Wein in neuen Schläuchen. So lange der Mensch sich ( in letzter Instanz ) um Geld bekriegt, so lange die Ringparabel ein Märchen bleibt und so lange wir dem Ende dieser Welt, verursacht durch eine sinnlose Überbevölkerung dieses Planeten, mit Vollgas entgegenrasen, so lange sind wir weltweit, und nicht zuletzt in diesem erbärmlichen Deutschland, sprechende Säugetiere, deren genetischer Code das Hauptziel hat, die Erhaltund der Art zu sichern.
Ich schließe, denn die Hoffnung stirbt zuletzt, mit einem gern von mir verwendeten Zitat aus dem mittelalterlichen Sprüchebeutel:
Der Mensch ist ein lederner Sack, voller Knüffe und Püffe.
HG Ralf-Peter
Ja, unser Gehirn hat sich tatsächlich sehr lange nicht mehr weiterentwickelt. Aber der Mensch muss das Rad ja nicht immer neu erfinden. Er kann von den Erfahrungen anderer lernen.
Ich habe die Frage nach der Gut- oder Bösartigkeit deshalb so für mich entschieden: Er hat Potenzial zu beidem. Wir stecken irgendwo zwischen den Tieren und den Göttern. Aber genau das macht es ja spannend.
Da stimme ich dir zu, und meine Quintessenz daraus lautet: Gib Menschen keine Macht. Wir brauchen meiner Meinung nach keinen, der über uns herrscht.
Liebe Grüße Oliver
Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, warum Du Eltern und Politikern pauschal edle Absichten unterstellst. Meiner Erfahrung nach stehen da oft genug ganz andere als edle Absichten im Vordergrund. Gemäss Rosenberg handeln wir ja eben, um Bedürfnisse zu erfüllen - und wenn Eltern oder Politiker so handeln (wie sie es meiner Erfahrung nach oft genug tun), dass sie lediglich ihre eigenen, momentanen Bedürfnisse berücksichtigen, würde ich das nicht als ‘edel’ bezeichnen. Vielleicht kannst Du ja noch was dazu sagen, warum Du das so formulierst.
Abgesehen davon habe ich sehr ähnliche Idee über das Leben wie Du (so weit das aus diesem Video ersichtlich ist), und es tut mir gut zu sehen, dass es auch andere Menschen gibt mit so einer freiheitlichen Einstellung. Aus meiner Sicht sind die Ideen, die Du hier präsentierst, von ganz grosser Bedeutung - sie sind für mein Gefühl so etwas wie die ganz dringend benötigte Nothilfeapotheke für unsere total kranke Gesellschaft.
Echte Bedürfnisse sind immer edel. Der Politiker möchte geliebt werden, er will Sicherheit, er will Autonomie und er will beim kreativen Gestalten seinen Neugiertrieb ausleben. Das alles ist in Ordnung. Nur wenn wir ihm uns so nähern, kann er hören, dass wir auch noch ein paar Bedürfnisse haben, die unbefriedigt bleiben. Zufälligerweise sind das die gleichen: Wir wollen Autonomie, wir wollen Sicherheit und wir wollen uns weiterentwickeln.
Also wenn ich Dich richtig verstehe, sagst Du, analog zu Rosenberg, dass wir erstens alle aus Bedürfnissen heraus handeln - dass wir zweitens im Wesentlichen alle aus den gleichen Bedürfnissen heraus handeln - und dass wir drittens besser daran täten, das zu erkennen, da es uns helfen würde, uns gegenseitig zu verstehen. Sehe ich das richtig?
Mit dem könnte ich mich anfreunden, und der Rest ist wohl nur noch ein Vokabular-Problem: Wenn wir alle aus Bedürfnissen heraus handeln, was hat es dann für einen Sinn, ein solches Handeln als ‘edel’ zu bezeichnen? Es gibt ja dann gar kein ‘unedles’ Handeln, also erübrigt es sich doch, unser Handeln überhaupt zu beurteilen.
Sorry, habe mich verschrieben in meinem vorangehenden Kommentar: Du bezeichnest ja unsere Absichten als edel, nicht unser Handeln. Also bitte sinngemäss ‘Handeln’ durch ‘Absicht’ ersetzen.
Du hast schon Recht. Mit klassischen Urteilen kommt man nicht weiter, wie Rosenberg immer wieder erklärt. Es könnte also heißen: Alle Politiker haben die gleichen Bedürfnisse wie der Rest der Menschheit, und ich fände es schön, wenn sie die Bedürfnisse der anderen auch berücksichtigen würden und auf Zwang und Gewalt verzichteten.
Dieser Version kann ich mich voll und ganz anschliessen.
Noch ein Kommentar zum Kommentar von Tobias Rünger weiter oben:
‘Ist es den überhaupt möglich manche dinge zu erreichen ohne sie zu erzwingen. Wir können doch keinen Verbrecher in den Knast bitten?’
Gegenfragen: Was soll denn das sein, ein Verbrecher? Wer könnte denn entscheiden, was richtig und falsch ist? Und wer könnte es verantworten, andere Menschen zu bestrafen, nur weil sie nicht das tun, was er für richtig hält?
Und zudem: Man konsultiere Rosenberg um zu realisieren, dass wir mit Bestrafungen einzig und allein erreichen, dass noch mehr Gewalt und Leid in der Welt sind.
Meditation für alle, besonders jedoch für Politiker und “Verbrecher”!
Und das ist absolut ernst gemeint!^^
LG Mireille
Nachsatz: geführte Meditation
[...] http://www.voluntarist.de/philosophie-der-voluntaristen/#more-205 [...]
grüße!
zunächst, interessante ansichten. wundert mich, daß hier nur 17 kommentare sind.
hab die kritik von ich bin deutschland gesehen, dann den vergleich mafia/staat und jetzt die einführung. die kommentare hab ich überflogen.
mein erkenntnisstand ist derzeit, der kern ist das ego (ich), welches zum kräftigsten ersprießen eine dicke, gesunde und kräftige ummantelung benötigt (die welt). was sagt ein voluntarist dazu?
wie sieht ein voluntarist die wirtschaftlichen belange des menschen, welche ansätze werden hierzu von ihm vertreten?
wer die ansicht von der bestie mensch teilt, versucht nur seine eigenverantwortung abzulehnen, um sein gewissen zu beruhigen.
Hallo Oliver,
kannte bisher nur Deine Kommentare in der GOLFTIME. Leider gibt es hier in MV nicht allzu viele Querdenker. Nun bin ich zufrieden, dass ich nicht der einzige hier bin. Interessante Hintergründe erfährtst Du auch unter http://www.nachdenkseiten.de, bei Lobbycontrol sowie Transparency International. mach weiter so.
Gruß Benno
Hier liegt die Motivation offenbar eher in einer narzisstische Persönlichkeitsstörung, als in echtem Interesse.
Hi Oliver,
Sehr coole Videos :-) Besonders gefällt mir der DRAMATISCHE SCHNITT AUF DIE TASSE. Du könntest auch mal ein Video/Audio-Interview mit anderen Leuten machen, z.B. per Skype. Das wäre doch was.
- Bleicke
Hallo Oliver,
Mir hat das Video sehr gut gefallen. Ich bemerke inzwischen Bewegung hin zu mehr Autonomie sogar in den Firmen. Managern wird inzwischen empfohlen, nicht mehr zu dirigieren sondern zu moderieren. D.h. mit den Mitarbeitern gemeinsam klären, wie anstehende Arbeit vom Team am besten erledigt werden kann. Hier wir Macht deutlich reduziert. Wäre schön, wenn das auch in der Politik ankäme. Zumindest sehe ich mehr und mehr Beteiligung in den Kommunen.
Ich bin gespannt auf Deine weiteren Artikel. Habe gerade erst angefangen.
Viele Grüße, Martin
Was mir bei Rosenberg etwas zu kurz kommt,ist der Wert der Achtsamkeit,den er als Präsenz bezeichnet.Wollen wir die nicht geringe Aufgabe erfüllen,in beliebigen Situationen zu beobachten,anstatt zu bewerten und zu diagnostizieren(ich arbeite seit Jahren daran und es fällt mir nach wie vor nicht leicht)ist es ein entscheidender Faktor,ob wir uns in diesem Moment gewahr sein können oder ein weiteres mal unser “Autopilot” übernimmt.Genauso verhält es sich bei vielen von uns(in der Regel sprachlich Gehirngewaschenen)in Bezug auf Gefühle,Bedürfnisse und die Formulierung von Bitten.Selbst wenn wir dies schaffen,braucht nur noch ein bis zwei mal der Wolf zu heulen und hat dann meist den Knopf für den eigenen Wolf gedrückt und schon lahmt die Giraffe.Vielleicht ist dies bei Dir ja nicht so,jedoch beobachte ich das noch häufig unter GfK’lern(Von nicht GfK’lern ganz zu schweigen).Abgesehen davon jedoch freue ich mich über die Verbreitung der GfK,weil mir Rosenberg half,mich ein für allemal von Konzepten wie Schuld,richtig/falsch,Recht und Gerechtigkeit,Gut/Böse zu befreien und stattdessen Bedürfnisse,Erfüllungsstrategien und Empathie zu sehen(eigene sowie die anderer).Ich verzichtete seither gar auf mein altes,liebgewonnenes Etikett Anarchist(obwohl ich mich gelegentlich noch als Kind Mamma Anarchias bezeichne).Anarchie entlarvte hierarchisierende Gewaltprinzipien bereits 1 1/2 Jahrhunderte vorher und ruft beständig zum Fest der Gleichwertigkeit auf.Doch blicken wir auf die Geschicht der Anarchie zurück,entdecken wir auch dort viele Irrtümer,die das Sprichwort “der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten!”zu bestätigen scheinen.Ausserdem wird immer noch,entgegen der Wortbedeutung,dieser Begriff von den Medien im allgemeinen als Synonym für Chaos und puren Sozialdarwinismus verwendet,was aufweist,wie sehr ursprünglich wertvolles durch bestimmte Umstände zur Abdrift geführt werden kann.Aus diesem Grund bitte ich Dich,achtsam mit der Verquickung von Etiketten wie voluntarism,libertarianism a la Rothbard und GfK umzugehen,da mir die GfK sehr am Herzen liegt und ich eine Verquickung verschiedener Etiketten(und den sich darin befindlichen Agendae),wenn auch aus guter Absicht heraus,für bedenklich halte.Nur allzu schnell kann daraus eine Vereinnahmung und damit ein “wir vs. die anderen” entstehen,was z.B. das Bedürfnis nach Verbundenheit nicht erfüllt.
Nachdem ich Dein Video gesehen habe,freue ich mich,den Gedanken und der Haltung eines Menschen zu begegnen,der aktiv zur Erfüllung von Bedürfnissen,im Sinne der Gleichwertigkeit aller,beiträgt oder zumindest dazu gewillt ist.
Herzliche & Libertäre Grüsse Agnosto Atomo
“Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen” Albert Einstein
Sehr spannend - bitte weitermachen!
Herzlichst Philip v.P.
Danke!! Endlich entdecke ich jemand Ähnlichgesinnten im eigenen Sprachraum. Hab eine lange Reise der Ideen hinter mir und freue mich über freiwilligen Austausch. Ein paar Beispiele
http://freecapitalist.com
http://edu-lu-tion.com
http://tragedyandhope.com
Gratuliere! Eine sehr inspirierende Seite. Auch das Video wirkte kurzweilig und war professionell gemacht. Ich würde dem philosophischen Weg gerne folgen, doch leider fand ich auf der Seite keine Hinweise über begleitende Literatur. Das Lesen am PC ist auf die Dauer doch ermüdend. Vielleicht gibt es ja leichte Voluntaristen-Literatur für die U-Bahn?
Viel Glück weiterhin!
Die Einstiegsdroge ist Reinhard Sprengers dressierter Bürger, danach irgendwas von Roland Baader, dann Murray Rothbard, Hans Herrmann Hoppe und David Friedman.
John Rawls hat in seinem Werk “Eine Theorie der Gerechtigkeit” gesagt, das Macht nur unter dem “Deckmantel des Nichtwissens” ausgeübt werden dürfe. Dies müsse in der Praxis so verstanden werden, dass ein Politiker immer nur für “eine begrenzte Zeit” Politiker sein dürfe. Es muss ihm in dieser Zeit verborgen bleiben, welche Rolle er zukünftig IN der Gesellschaft einmal einnehmen wird; nur dann kann und wird sein Handeln gerecht und uneigennützig sein. Dies ist in der Praxis gabz einfach nachvollzieh- und beweisbar. Stellen wir uns einmal vor, wir hätten die Aufgabe, Essen auszuteilen. Derjenige, der die Teller füllt, weiß nicht, welcher der Teller an SEINEN Platz gestellt werden wird. Derjenige, der die Teller verteilt, sollte nicht wissen, wo er selbst später sitzen wird. Weiß er es, so wird er nach seinem Vorteil trachten. Zu behaupten, dies sei bei einem selbst NICHT so und man würde da absolut gerecht sein, ist eine triviale Schutzfunktion des Unterbewusstsein, da Ungerechtigkeiten dieser Art zwar von allen begangen, aber dennoch von der Gesellschaft verpönt und deshalb als Peinlichkeit vom jedem einzelnen verschwiegen werden.
Es mag schon sein, dass eine Minderheit hier - erst recht aber nicht nur unter der Prämisse, beobachtet werden zu können - ein selbstloses, edelmütiges Verhalten praktizieren, das sie aber des Gefühls ledig sind, selbst MINDESTENS genauso gut oder besser bedient zu sein, ist wohl pure Phantasie.
Ich möchte aber auch nicht, dass jemand Macht unter dem Deckmantel des Nichtwissens ausübt. Vielleicht ist das ein Sozialist, der nicht nur Gleichheit vor dem Gesetz will, sondern absolute Gleichheit der Menschen. Da mag es ihm egal sein, wer er nach seiner Entscheidung ist, weil ja nachher eh alles so umverteilt wird, dass jeder das Gleiche hat. Wieso soll der mir seine Weltsicht oktroyieren dürfen?
Wer ist denn eigentlich “admin”? Und was soll das mit der grundsätzliche Infragestellung von Macht? Und was soll das für eine Diskussionsbasis sein, wenn man eine gute Idee eines bedeutenden Philosophen durech den Kakao zieht, indem man sie willkürlich in ein unsinniges System transponiert, indem sie garnicht erdacht worden ist?
Wenn wir über den Sinn von Autos diskutieren würden, und ich dann plötzlich fragen würde, was der ganze Unsinn soll, weil die ja nicht wasserdicht sind und man damit nicht tauchen kann…. Wie würde Herr oder Frau admin anonym das finden?
fast hätte ich vergessen, Macht ist etwas vollkommen anderes als Gewalt (und nicht einmal die ist gänzlich verzichtbar).
In der deutschen Übersetzung von Krishnamurtis Buch “Flug des Adlers” hast sich dieser fatale Verwechslungsfehler durchgängig eingeschlichen. Dort ist von der ersten bis zur letzten Seite von Macht die Rede, gemeint ist aber Gewalt und auf Krishnamurti meint im Kotext seiner Gleichnisse immer “initiierende Gewalt”
In der “Theorie der Gerechtigkeit” geht es Rawls auch nicht um “das Ausüben” von Macht (allein schon das darin enthalten Üben hat etwas Laienhaftes an sich), sondern darum, das in Gemeinschaften und Gesellschaften eine Rollenverteilung unumgänglich und notwendig ist. Das betrifft sowohl die Zustimmung oder Ablehnung gemeinschaftlicher Vorhaben, als auch die Steuerung verteidigender Gewalt.
Ich bin der Admin (siehe auch Impressum). Wenn ich vorher Kommentare freigeschaltet habe und direkt im Wordpress Backend antworte, dann steht hier leider nur Admin. Vergesse ich leider manchmal.
Damit wir nicht unnötig aneinander vorbeireden, würde ich Sie bitten, vorher zu erklären, was Sie unter Macht verstehen.
Um in Ihrem Bild zu bleiben: Wir sind hier aber auf einer Taucher-Seite.
Was ich damit meine: Sie schreiben einen Kommentar auf einer anarcho-kapitalistischen Seite und kommen dann mit einem Etatisten, der in seiner Weltvorstellung mit dem »Schleier des Nichtwissens« zugegebenermaßen einen guten Punkt hat. In die Welt der Anarcho-Kapitalisten (ich nenne es Voluntarismus und meine es in diesem Sinne) passt das jedoch so wenig wie Breitreifen beim Tauchen. Ja, beim Autofahren mögen Breitreifen nützlich sein.
In der Hoffnung, dass ich das Aneinander-Vorbeireden jetzt zumindest reduziert habe.
Liebe Grüße
Oliver Heuler
PS: Die Diskussion, ob mein Weltbild nun »unsinnig« ist, brauchen wir glaube ich nicht zu führen. Sie haben offensichtlich ein Weltbild, mit dem Sie zufrieden sind, und ich auch. Für Missionarsarbeit ist unser beider Zeit zu schade. Oder sehen Sie das anders?
Danke für das Video.
Kürzlich habe ich von dieser Seite erfahren und seit ca. einer Woche beschäftige ich mich intensiv mit dem Voluntarismus.
Ich versuche schon seit langer Zeit auf eine Art zu leben, die in vielen Punkten mit dem Voluntarismus konform geht.
Manchmal bin ich erstaunt, weil sie Gedanken, die ich hatte sogar explizit aussprechen.
Was mich nicht erstaunt ist, dass kaum jemand etwas mit dem Begriff Voluntarismus anfangen kann.
Als Voluntarist (ich würde mich mittlerweile sogar selbst als solchen bezeichnen) in einer Welt zu leben, die von “Nicht-Voluntaristen” bevölkert wird, ist, als müsse man sich im Schafspelz gegen eine Horde hungriger Wölfe wehren.
Leider treffe ich nur erschreckend selten auf Menschen, die meine Anschauungen teilen, drum fühle ich mich hier doch sehr wohl.
Ich toleriere Meinungen anderer, ich helfe gerne, wenn es jemandem schlecht geht, ich versuche ehrlich zu meinen Mitmenschen sein und mit ihnen eine Basis zu schaffen, auf der man voneinander lernen und profitieren kann und sich gegenseitig respektiert und akzeptiert.
Meine Erfahrungen zeigen allerdings, dass es (jedenfalls in meiner Welt) äußerst unprofitabel sein kann, sich wie ich zu verhalten. Meine Mitmenschen sind größtenteils nur auf ihr persönliches Wohl aus und ich, als jemand der gerne seine Hilfe anbietet und versucht immer freundlich und höflich zu sein, bin da natürlich ein gefundenes Fressen. Man erfährt extrem viel Negatives und es fällt mir persönlich oft sehr schwer meine Meinung zu vertreten und doch habe ich nie die Motivation verloren, weil ich an meine Maxime glaube und sie auch weiterhin verfolgen werde.
Es ist bedeutend einfacher ein stiller Diener zu sein (guter Bürger ^^) und im Strom mitzuschwimmen und ich glaube, dass es für manche sogar besser ist, weil ich weiß, was man auf sich nimmt, wenn man sich der Masse stellt und damit oft starker psychischer Druck einhergeht.
Ich will jedoch wissen, warum die Welt so ist, wie sie ist, was hinter dem Tellerrand ist und ich will etwas ins Positive verändern und Gutes tun.
Ich bin wohl kein guter Bürger.
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