Grundlagen (kurz)
Was ist Selbsteigentum, wann ist Gewalt gerechtfertigt und wer darf andere führen?
Selbsteigentum
Dein Leben gehört dir. Wäre es nicht so, würdest du einem anderen gehören oder einer Gruppe von anderen. Natürlich gehört dir wiederum nicht das Leben von anderen.
Dein Leben besteht aus:
- körperlicher Unversehrtheit
- deiner Freiheit (die natürlich bei der Freiheit der anderen endet)
- deinem Eigentum (rechtmäßig erworben durch: Arbeit, Tausch oder als Geschenk)
Initiieren von Gewalt
Wenn andere Gewalt gegen dich initiieren, dann ist das
- Körperverletzung
- Freiheitsberaubung oder
- Diebstahl
Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Einzelner Gewalt gegen dich anwendet oder eine große Gruppe gegen deine kleine Gruppe. Es macht auch keinen Unterschied, ob der Einzelne oder die Gruppe andere beauftragen, Gewalt gegen dich anzuwenden — zum Beispiel, um nicht selbst Gewalt anwenden zu müssen.
Verteidigende Anwendung von Gewalt
Natürlich darfst du dein Leben, deine Freiheit und dein Eigentum gegen Angriffe von anderen verteidigen. Dazu darfst du dir auch Hilfe holen. Aber du darfst keine Gewalt initiieren und auch nicht andere mit der Initiierung von Gewalt beauftragen.
Führung
Du kannst dir Menschen aussuchen, denen du folgst, aber du darfst anderen keine Führer vorsetzen. Auch Führer sind nur Menschen und haben keine Rechte, die andere nicht haben, egal wie nobel ihre Motive sein mögen oder von wie vielen Menschen sie unterstützt werden. Niemand kann seinen Führern etwas geben, was er selbst nicht hat: das Recht zur Körperverletzung, zur Freiheitsberaubung, zum Diebstahl. Auf Gewalt verzichten, bedeutet nicht nur, selbst keine Gewalt anzuwenden; man darf auch keine Vertreter schicken.
Freiwillig
Voluntaristen wollen, dass menschliche Interaktionen entweder freiwillig stattfinden oder gar nicht. Darüber hinaus verfolgen Voluntaristen keine spezifische Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Kein Voluntarist will anderen Menschen seine Überzeugungen aufzwingen. Das wäre selbstwidersprüchlich. Man kann Menschen nicht zur Freiheit zwingen. Der Weg der Voluntaristen ist einer der gewaltfreien Überzeugung. Dazu gibt es unter anderem diese Seite. Das folgende Video erklärt alles in acht Minuten.

3 Kommentare
wieso nennst du dich eigentlich voluntarist und nicht anarchist? nur keine angst vor dem bösen a-wort! ;-)
Weil dieser Begriff assoziativ so negativ überfrachtet ist, dass der Redner sich rechtfertigen muss. Wer jedoch mit jemandem redet, der Zwang und Gewalt grundsätzlich ablehnt, der bekommt auf einmal selbst das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen. Gleiches gilt für den Begriff Kapitalismus oder gar Anarcho-Kapitalismus. Mir gefällt Marktwirtschaftler auch noch ganz gut, vor allem in Abgrenzung zum Planwirtschaftler. Und besonders schön finde ich den Begriff Freitauscher (vs. Zwangstauscher).
Gruß Oliver
hm, vielleicht ist es psychologisch tatsächlich geschickter, sich voluntarist zu nennen, damit die leute bisschen offener drangehn.
aber bei dem anderen beispiel würd ich aufpassen, ich bin mir nämlich nicht sicher ob marktwirtschaft wirklich gleichbedeutend mit kapitalismus ist.
und als inhaltlichen denkanstoß (ohne hier ne diskussion lostreten zu wollen): ist eigentum nicht eigentlich auch ein beschneiden der freiheit anderer? unterliegen “freitauscher” nicht ziemlich starken ökonomischen zwängen?
klar, sachzwänge gibts immer, aber bei ungleicher verteilung des eigentums ensteht da auch ziemlich schnell macht.
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